
Deutsch-polnisches Künstlersymbosium mit Ausstellung im Mai 2024 auf Gutshaus Ramin
Texte, Photos, Installation, Film ©Daniela MELZIG
Wenn der Kuckuck ruft
Verlangen - Verzücken - Verlieben - Verführen
Verstecken - Verkaufen - Verheiraten - Verleugnen - Verjagen – Vergessen
Es verlangt zu Vergessen? Oder zu Erinnern?
Es muss 1898 gewesen sein,
als meine UrUrgrossmutter irgendwo auf dem Land verliebt oder verführt auf einem Gutshof in Polen lebte. Was man weiß - die Liaison - war nicht erlaubt und mein UrUrgrossvater verkaufte und verheiratete sie an einen Eisenbahnarbeiter. Es war so üblich - die Schande zog hinfort gen Westen, unerkannt. Dort in Bielefeld wurde Bronislava Petrovna Polumska geboren, ehelich und bekam viele Geschwister. Was Sie immer blieb - ein Kuckuckskind, welches sich für ihren Namen schämte und wir sie nur unter den Namen Ticktackoma kannten. Eine großartige Frau, verheiratet mit 9 stolzen Kindern, alle ehelich natürlich und aus Bronislava wurde eine Monarchin einer großen Familie. Ich konnte sie erleben. 21 Jahre lang und doch zu kurz, um den Anfang der Geschichte zu erfahren. Hier in Ramin konnte ich spielen, was es war - damals - Verliebt oder Verführt? Was ich sehe, ist meine UrUrgroßmutter als stolze Frau und nicht als Schande, warum den auch? Den eigentlich sind wir doch alle einen einzige große Familie, n'est-ce pas?
Ein Lebensschicksal was viele teilten und nicht besonderes war.
Darstellerinnen
Magd und Gutsherr - Daniela Melzig
Gutsherrin - Anna Luteracka
Klavierspielerin - Miła Łapko
Kammerzofe - Julia Bojczuk
Experimentellen Film von und mit Daniela MELZIG - Transparente WELTEN ® Mai 2024, 2.57 min
Kamera, Schnitt, Sounddesign - Daniela MELZIG
Geräusche aus Ramin - Kuckuck, Vögel, Stimmen, Klavier Zuggeräusche – Molli Heiligendamm
Kirchenglocken – Kirchturm Grimmen


